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Verkehrsunfall - Ersthelfer am Unfallort

Verkehrsunfall - Ersthelfer am Unfallort


Erste Maßnahmen am Unfallort

Unfall, da gibt es was zu sehen. Es ist eine traurige Wahrheit, weil viele Verkehrsteilnehmer so etwas als "Sehenswert" und interessant empfinden. Den Gaffern ist es dabei auch egal, ob sie Rettungsmaßnahmen behindern. Des Weiteren wird immer wieder beobachtet, wie viele Fahrzeuge an einem Unfallort einen Blick darauf werfen und weiterfahren, obwohl sich dort noch keine Helfer befinden. Dabei kann es jeden von uns treffen, verletzt und auf fremde Hilfe nach einem Unfall angewiesen zu sein. Sicher unterwegs bedeutet auch, im Notfall Hilfe zu leisten oder als Betroffener Hilfe zu erhalten.

Nebenbei erwähnt, es betrifft nicht nur die Straßen und den Verkehr. In jeder Umgebung kann etwas, durch einen Unfall oder einer lebensbedrohlichen Situation wie z. B. Herzinakt oder Schlaganfall, passieren. Als Zeuge eines Unfalls oder in Anwesenheit bei Menschen in Not sind wir gesetzlich verpflichtet Erste Hilfe zu leisten. Mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe kann unterlassene Hilfeleistung bestraft werden.

In der Fahrschule und im Erste Hilfe Kurs haben wir gelernt was bei einem Unfall zu tun ist. Nur ist das bei vielen von uns schon eine Zeit lang her. Wer seine Kenntnisse wieder auffrischen will, in jeder Region werden Erste Hilfe Kurse, zum Teil auch kostenlos angeboten. Hier wollen wir die Vorgehensweise bei einem Verkehrsunfall erläutern.


Verhalten bei Verkehrsunfällen

Vorbei gefahren sind wir schon alle an abgesicherten Unfallstellen. Auch achten wir bei Stau auf eine Rettungsgasse, um Rettungsfahrzeuge und Polizei ein schnelles Durchkommen zu ermöglichen. Jedoch kann ein Fahrzeug bzw. Verkehrsunfall überraschend passieren und wir sind bzw. gehören zu den Ersten, denen der Unfall aufgefallen ist. Im Auto haben wir wie vorgeschrieben Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten. Dann sollten bzw. müssen wir handeln. Wichtig, die erste Tätigkeit des Ersthelfers ist:

Die Unfallstelle muss zuerst zur Sicherheit für die Helfer und Unfallbeteiligten abgesichert werden!

Unfallort absichern

Halten und Unfallort absichern

Anhalten und nicht weiterfahren. Der Erste muss anhalten und Hilfe leisten. Selbst wenn schon ein oder zwei Fahrzeuge am Unfallort stehen und Hilfe leisten, sollten wir ebenfalls anhalten und die Ersthelfer unterstützen.

Auf der Autobahn ist die Haltestelle, wenn möglich vor dem Unfall, der Standstreifen. Falls nicht, nach der Unfallstelle halten und nicht rückwärts an die Unfallstelle ran fahren. Warnblinklichtanlage einschalten und wenn möglich rechts mit Warnweste aussteigen. Wer seine Warnweste nicht im Innenraum hat, muss die Warnweste unmittelbar nach dem Aussteigen, bevor irgendetwas anderes unternommen wird, anlegen. Zum Absichern des Unfallortes muss das Warndreieck auf der Autobahn 150 bis 200 Meter vor der Unfallstelle aufgestellt werden. Ist der Unfall in einer Kurve oder nach einer Kurve, das Warndreieck 150 bis 400 Meter vor der Kurve aufstellen.
 Unbeteiligte Personen müssen das Fahrzeug des Erstehlelfers auf dem Standstreifen verlassen und sich hinter die Schutzplanke der Autobahn stellen.

Auf anderen Straßen, Stadt und Land, ebenfalls wenn möglich vor dem Unfallort äußerst rechts am Fahrbahnrand mit Warnblinklichtanlage halten und mit Warnweste das Fahrzeug verlassen. Auf Landstraßen wird unbeteiligten Personen ebenfalls empfohlen, was auf der Autobahn Pflicht ist, das Fahrzeug rechts zu verlassen und sich an einer sicheren Stelle aufhalten. Das Warndreieck muss auf Landstraßen 100 Meter vor der Unfallstelle aufgestellt werden. Falls der Unfall in oder nach einer Kurve ist, das Warndreieck 100 Meter vor der Kurve aufstellen. Innerorts ist das Warndreieck 50 Meter vor der Unfallstelle aufzustellen.

Auf allen Straßen inklusive Autobahn sollte das Warndreieck schon vor dem Loslaufen aufgebaut und vor dem Körper, damit es für jeden entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer sichtbar ist, getragen werden.

Stehen schon mehrere Fahrzeuge und Helfer am Unfallort ist es besser weiterzufahren, um Folgeunfälle, Stau oder Behinderungen zu vermeiden. Nur Helfer, Unfallbeteiligte und Zeugen dürfen sich am Unfallort aufhalten. Wer sich unsicher ist, ob wirklich Helfer oder eventuell nur Schaulustige am Unfallort sind, haltet mit Warnblinklicht an der nächsten geeigneten Stelle und geht mit Warnweste, Verbandskasten und Warndreieck zum Unfallort.
 
Überblick vom Unfallort

Überblick vom Unfallort und Notruf absetzen

Jetzt nichts überstürzen und versuchen konzentriert vorzugehen. Die Unfallstelle ist abgesichert und der Verbandskasten ist griffbereit. Bevor der Notruf abgesetzt wird, sollte sich der Erstehelfer bzw. die Ersthelferin erst in Bild von der Unfallstelle machen.

Sind die Personen am Unfallort ansprechbar. Besteht für eine oder mehrere Personen unmittelbar Lebensgefahr, z. B. durch auslaufenden Kraftstoff, der sich entzünden kann oder das Fahrzeug schon brennt. Nicht ansprechbare Personen und Personen in unmittelbarer Lebensgefahr sollten wenn möglich zuerst aus dem Fahrzeug bzw. Gefahrenbereich in Sicherheit, falls nötig in stabiler Seitenlage, gebracht werden.

Ist das Unfallopfer ein Motorradfahrer, sollte der Helm bei Bewusst- und Atmungslosigkeit vorsichtig abgenommen werden. Die Gefahr das der Verletzte dabei eine Querschnittslähmung erleidet ist sehr gering und falls ja ist die Querschnittslähmung in der Regel schon während des Unfalls eingetreten.


Voraussetzung für alle Rettungsmaßnahmen ist, sich selber dabei nicht in Gefahr zu bringen!

 

Anmerkung zum Fahrzeugbrand

Fahrzeugbrände kommen immer wieder vor. Alleine in Deutschland sind es um die 20.000 Fahrzeugbrände jährlich. Während der Fahrt hat Fahrer/in durch eintretende technische Fehler keinen Einfluss darauf. Häufige Ursache sind Marder, die durch ihre Bisse für undichte Schläuche und defekte Kabel sorgen, was während der Fahrt zu einem Kurzschluss und anschließenden Schwellenbrand führen kann. Eine weitere häufige Ursache sind defekte überhitzte Bremsen, die zur Flammenbildung führen können.

Es empfiehlt sich, regelmäßig den Kundendienst einzuhalten und selber zwischendurch einen Blick unter die Motorhaube zu werfen. In Marder gefährdeten Gebieten sollte der Motorblock durch eine wirksame
Maderabwehr gesichert werden.

Fahrzeugbrände nach einem Unfall gehen in der Regel vom Motorraum aus. Bis Rauch oder das Feuer den Innenraum erreicht vergehen 5 bis 10 Minuten. Als Ersthelfer am Unfallort nicht zuerst versuchen das Feuer im Motorblock zu löschen. Diese Zeit nutzen, um die Insassen zu befreien und vom Fahrzeug zu entfernen.

Fahrzeuge explodieren in der Regel nicht, wie in Spielfilmen und Serien dargestellt wird. Der Fahrzeugtank ist so konstruiert, dass entstehender Überdruck abgeleitet wird.

Wer einen Feuerlöscher im Fahrzeug mitführen will, wie es in einigen EU-Ländern Pflicht ist, sollte einen Pulver-Feuerlöscher wählen, der auch bei Temperaturen im minus Bereich funktioniert. Die besten Plätze für Halterung und Kfz-Feuerlöscher sind unter den beiden vorderen Sitzen, ansonsten im Kofferraum an einer einfach, auch wenn der Kofferraum voll ist, an einer zugänglichen Stelle mit Halterung zu montieren. Kfz-Feuerlöscher müssen entweder alle zwei Jahre ersetzt oder gewartet werden, was der Besitzer selber machen kann.

Unser empfohlenes Modell erfüllt alle Eigenschaften. Die Flasche ist aus aus leichtem Aluminium (Gewicht nur 1,2 kg) und löscht mit Pulver im Temperaturbereich von minus 30 bis plus 60 Grad die
Brandklassen ABC.

YouTube - Auto-Feuerlöscher was ist dabei zu Beachten!

 
Notruf absetzen

Der Notruf

112 ist die einheitliche Notrufnummer in der Europäischen Union. 110 ist die bundesweite Rufnummer der Polizei. Es ist ratsam Kindern, älteren Menschen oder denjenigen, die sich Nummern schlecht merken können die Notrufnummer in ihren Geräten zu speichern. Es ist keine Seltenheit, dass Menschen und Verkehrsteilnehmer die Notrufnummer nicht kennen. Dabei kann jeder von uns zu jeder Zeit in einen Notfall geraten oder anwesend sein, wobei jede Sekunde zur Lebensrettung zählt.

Das Wählen der Notrufnummer ist kostenfrei. Selbst über Mobiltelefone ohne Pin Eingabe, oder wenn das Guthaben aufgebraucht ist, werden Sie mit der Leitstelle verbunden.

Beim Notruf wird nicht die zuständige Rettungsstelle erreicht. Hier werden Notrufe entgegen genommen und an die entsprechenden Stellen wie den Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei weitergeleitet. Der Notruf ist somit das Bindeglied in der Rettungskette, welches durch eine systematisierte Notrufabfrage den Notfall ermittelt.

Aus diesem Grund sollte jeder, so weit es möglich ist, auf die entsprechenden Fragen der Gegenstelle vorbereitet sein:

 

Nach diesen Fragen auf eventuelle Rückfragen warten und nicht auflegen. Selbst wenn Sie keine oder kaum Angaben zu diesen Fragen, in der Eile oder unter Stress machen können, sollten Sie sich keine Sorgen machen und nicht zögern den Notruf abzusetzen. Das geschulte Leitstellenpersonal weiß damit umzugehen.

Erste Hilfe am Unfallort

Erste Hilfe am Unfallort leisten

Auf den Rettungsdienst warten und handeln. Wer nicht in der Lage ist Erste Hilfe zu leisten, sollte weiterhin die Unfallstelle sichern und versuchen, vorbei fahrende Fahrzeuge als Helfer zu gewinnen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Jedoch kann mit etwas Einsatz geholfen oder Leben gerettet werden. Wichtig ist die Unfallopfer ständig zu beobachten und anzusprechen, ihnen das Gefühl zu geben das sie nicht alleine sind. Eventuell sind Personen darunter die zuerst einen unverletzten Eindruck machen, jedoch unter Schock stehen und dennoch verletzt sind. Des Weiteren Bewusstlose in die stabile Seitenlage bringen, wie auf dem Bild links abgebildet ist und blutende Stellen mit dem Verbandskasten zu versorgen. In der Regel sollten nicht ansprechbare Personen immer zuerst versorgt werden. Wenn es kalt oder kühl ist, versuchen etwas Wärmendes über die Verletzten zu legen.
Rettungsdecken kosten nicht viel und sind vielseitig einsetzbar.

Bei diesen Maßnahmen sollte sich niemand Sorgen machen, hier kann fast nichts falsch gemacht werden, wenn nach besten Gewissen und Wissen gehandelt wird.

Unfallopfer, die nicht atmen, sollten mit der Herzmassage behandelt werden. Am besten stellt man die Funktion der Atmung fest, indem der Brustkorb beobachtet wird, oder Sie versuchen einen Luftstrom aus Mund Nase zu spüren. Die Wange ist feinfühliger als die Hände, um eine Atmung zu spüren. Wer mit der Wiederbelebung beschäftigt ist muss diese bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchführen.
 


Fazit - Ersthelfer am Unfallort

Immer daran denken, falls man in die Versuchung kommen könnte, an einer Unfallstelle vorbei zu fahren oder sich als Gaffer daran zu beteiligen, dass man selber auch mal das Unfallopfer sein kann. Niemand verlangt Heldentaten, jedoch mit etwas Courage kann jeder von uns Leben Retten oder dazu beitragen.